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Die Bundesregierung arbeitet nach WELT-ONLINE-Informationen an einem umfassenden Rettungsplan für das deutsche Finanzsystem nach englischem Vorbild. Demnach erwägt die Regierung, das Kreditgeschäft zwischen den Banken in dreistelliger Milliardenhöhe zu garantieren oder Kredite direkt zu vergeben. Zudem soll den Geldhäusern Eigenkapital in zweistelliger Milliardenhöhe zur Verfügung gestellt werden. Im Gegenzug würde sich der Bund an Banken beteiligen. Über den Plan soll dem Vernehmen nach im Kabinett in den nächsten Tagen entschieden werden, womöglich noch am Wochenende. Am Sonntagnachmittag soll es darüber hinaus auf Ebene der EU-Staats- und -Regierungschefs ein weiteres Krisentreffen geben, um „ein kohärentes und abgestimmtes Vorgehen“ zu vereinbaren. Die Umsetzung bleibt freilich jedem Land selbst überlassen.

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Tatsächlich hat sich die Situation der deutschen Banken dramatisch zugespitzt. Weitere Institute sollen ernsthafte Liquiditätsengpässe haben und zudem Kapital benötigen. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm bestätigte die Überlegungen: „Es ist die Pflicht der Bundesregierung, vorbereitet zu sein und denkbare Optionen zu prüfen, um Schaden von den Bürgerinnen und Bürgern und der Wirtschaft abzuwenden.“ Finanzminister Peer Steinbrück zeigte sich kurz vor einem Treffen mit seinen G-7-Kollegen in Washington davon überzeugt, „dass wir mit Fall-zu-Fall-Regelungen nicht mehr weiterkommen“. Bundesbank-Präsident Axel Weber äußerte sich ähnlich: „Wenn am Markt keine Möglichkeit zur Kapitalaufnahme besteht, muss der Staat als Anteilseigner vorübergehend einspringen können.“

Die Planungen der Regierungen und die G-7-Beratungen geschehen vor dem Hintergrund von Panikstimmung an den Börsen. Nachdem der Dow Jones in New York am Donnerstagabend um 7,33 Prozent eingebrochen war, folgten ihm die Aktienindizes rund um den Globus. Der Dax sackte am Freitag zeitweise um ganze 11,85 Prozent ab. Immerhin schrumpfte das Minus am Nachmittag auf sechs Prozent. Der Grund: Der Dow Jones hielt sich kurz nach seiner Eröffnung am Freitag erstaunlich stabil.

Gleichzeitig soll es dramatische Abflüsse aus privaten Geldmarktfonds geben. Die Bundesregierung erwägt deshalb offenbar auch noch, alle Geldmarktfonds wie zuvor schon Ersparnisse zu garantieren oder sie auf die eigenen Bücher zu nehmen. Der Druck ist entstanden, weil viele dieser Fonds – die bislang als ähnlich sicher wie Spareinlagen galten – von den Anlegern zurückgegeben werden. Die Fondsgesellschaften mussten zuletzt ihre Papiere massenweise auf dem Markt verkaufen, um die Anleger überhaupt auszahlen zu können.

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Kommentare

10.10.2008
17:03 Uhr
old man sagt:
darauf warte ich schon seit Tagen - was passiert, wenn man dem "freien Spiel der Kräfte" den Geldmarkt überläßt, konnten alle insbesondere heute mit ansehen. Bin bei Leibe kein Sozi, aber staatliche Eingriffe als Teufelswerk zu verunglimpfen, hilft niemandem; es ist Leadership gefragt!
10.10.2008
17:06 Uhr
China: Zentralkomitee-Sitzung bis Sonntag sagt:
Chinas Finanzmarkt arbeitet trotz der globalen Finanzkrise stabil und sicher. Das erklärte Wen Jiabao, der Vorsitzende des Staatsrates Chinas.

Die Entwicklung der einheimischen Wirtschaft sei heute die erstrangige Aufgabe des Landes, betonte er.

Wie Wen Jiabao betonte, hatte China effektive Vorkehrungen im Vorfeld der Wirtschaftskrise getroffen. Die Grundlagen der chinesischen Wirtschaft seien unverändert geblieben. Der Finanzmarkt sei stabil, sicher und weise eine adäquate Liquidität auf.
10.10.2008
17:12 Uhr
Dagobert sagt:
also erstmal alle Konten einfrieren,
dann Antrag stellen wer was wo gespart hat
danach wissen unsere Terroristen-Bekämpfer was jeder auf der Tasche hat oder hatte
10.10.2008
17:12 Uhr
Will Masehen sagt:
Wenn der DAX so weiter fällt, steht er in 15 Tagen auf 0. Dann bekomme ich Daimler, Allianz, RWE und EON geschenkt. Super!

Nee, mal ernst. Wenn das so weiter geht, bin ich bald finanziell uriniert. :-)

Dann kommt Peter Zwegat zu mir nach hause.....

10.10.2008
17:12 Uhr
basti sagt:
Also wenn der Staat sich an meiner kontoführenden Bank beteiligt, werde ich das Konto auflösen (müssen). Dieser Willkür werde ich mich nicht aussetzen! BASTA