Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
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Darf der Rote Baron wieder Held sein?
Der Volksbund fordert öffentliche Debatte über den Soldatentod im Auslandseinsatz und über eine zeitgemäße Gedenkkultur


Politisch-wissenschaftliches Kolloquium
16. Oktober 2008, Jerusalemkirche, Lindenstraße 85, Berlin


Wie stehen wir, als Angehörige, als Mitbürger, als Auftraggeber, zu unseren Soldaten, die im Einsatz ums Leben kommen können? Wie werden wir zu ihnen stehen, wenn sie selbst töten müssen, um nicht getötet zu werden oder um andere zu schützen? – Eine öffentliche Diskussion über die neuen politischen Realitäten des bewaffneten Einsatzes in staatlichem Auftrag steht bislang aus.

 

Bild vergrößern - Michael, Lieselotte und Tino Reinhold (von links) kamen zum 10. Jahrestag der Kriegsgräberstätte nach Laurahütte, dem heutigen Siemianowice. (Fotos: Maurice Bonkat)
Hier liegt meine große Liebe

10 Jahre Kriegsgräberstätte Laurahütte (Siemianowice)

Langsames Blättern im Buch der Toten. Finger wandern die Zeilen ab, bis sie den einen Namen gefunden haben: „Hier ist es. Er liegt in Block 8.“ Dort am Gräberfeld steht ein großer Granitblock mit den eingravierten Lebensdaten der Toten von Laurahütte, dem heutigen Siemianowice. Irgendwo unter den zehntausenden Namen der Gefallenen muss auch der Liebste, der Mann, Bruder oder Onkel sein.

 

Bild vergrößern - Das Bild zeigt den Eingangsbereich der Kriegsgräberstätte Rossoschka nahe Wolgograd. Hier wird das neue Informationsgebäude entstehen. (Foto: Maurice Bonkat)
Haus für Rossoschka

Informationsgebäude nahe Stalingrad im Bau

Stalingradkaum ein Name symbolisiert die Schrecken des Zweiten Weltkrieges so sehr wie dieser. Mehr als 60 Jahre sind vergangen, Stalingrad heißt heute Wolgograd. Doch die berüchtigte Kesselschlacht ist vielen Menschen noch heute im Bewusstsein. Sie wurde zum Sinnbild des Leidens. Ein Symbol der Versöhnung ist dagegen die Kriegsgräberstätte in Rossoschka. Etwa 30 Kilometer von Wolgograd entfernt, gab der Volksbund dort 50 000 Soldaten ihre letzte Ruhestätte. Dazu kommen Gedenkwürfel mit über 100 000 Namen der Vermissten. An diesem Ort baut der Volksbund nun ein Informationsgebäude.

 

Bild vergrößern - Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker wird beim diesjährigen Volkstrauertag im Bundestag die Gedenkansprache halten. (Foto: Maurice Bonkat)
Köhler und Juncker beim Volkstrauertag

Gedenkstunde im Bundestag am 16. November

Die Zentrale Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag findet in diesem Jahr am Sonntag, dem 16. November 2008, ab 16 Uhr im Plenarsaal des Deutschen Bundestages statt. Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) wird live übertragen.

 

Bild vergrößern - Der ehemalige Bundesfinanzminister Dr. Theodor Waigel ist der neue Kuratoriums-Vorsitzende der Stiftung Gedenken und Frieden. (Foto: Maurice Bonkat)
Waigel übernimmt Kuratoriums-Vorsitz

Stiftung Gedenken und Frieden

Seit 1919 setzt sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge für Versöhnung und Völkerverständigung ein. 2001 wurde die Stiftung Gedenken und Frieden vom Volksbund ins Leben gerufen, um diese Ziele dauerhaft weiter zu tragen. In drei Förderbereichen unterstützt die Stiftung Gedenken und Frieden die Erhaltung der Kriegsgräberstätten, das Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft sowie die Jugend- und Bildungsarbeit.

 

Bild vergrößern - Inge Bleeker und Gudrun Beermann kamen zur Einweihung der neuen Kriegsgräberstätte in Apscheronsk. In ihren Händen halten sie ein Foto ihres verstorbenen Vaters Alfred Haas. Sein Name ist zusammen mit 6 500 anderen auf den Stelen verzeichnet. (Foto: Uwe Zucchi)
Ein guter Tag

Kriegsgräberstätte Apscheronsk eingeweiht

Ein guter Tag,“ sagt Iwan Malachowski. Dann blickt der ehemalige Kriegsteilnehmer stumm auf die Granitstelen mit den Namen der deutschen Gefallenen – seine ehemaligen Gegner. Die Einweihung in Apscheronsk ist ein Meilenstein. Hier ist etwas entstanden, das den Willen zur Aussöhnung kaum besser dokumentieren könnte. Die neue Kriegsgräberstätte im Kaukasus ist eine Mahnung zum Frieden. So sieht es Wolfgang Schneiderhan, der Generalinspekteur der Bundeswehr: „Dies ist ein Ort der Erinnerung gegen das Vergessen.“

 

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Hier ist etwas entstanden

Bundeswehr arbeitet in Slowakei

Dieses Bild bleibt hängen: Ein junger Bundeswehr-Soldat reicht einem alten Mann über den Gräbern des Ersten Weltkrieges lächelnd die Hand. Die Szene ist echt. Dennoch scheint es wie ein Werbefilm: „Versöhnung über den Gräbern“ – so lautet eines der Mottos des Volksbundes. Doch zu versöhnen gibt es hier nichts. Eric Wachsmann ist einfach nur ein freiwilliger Helfer in Uniform. Sein Gruß und seine Arbeit in der Slowakischen Republik sind reine Gesten der Freundschaft.

 

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Danke, dass wir helfen durften

Förderer-Workcamp in Oberwölbing

Ich möchte etwas zurückgeben,“ sagt Hartmut Fiethler. Er ist ein Kind des Krieges, geboren als der Friede erst wenige Wochen alt und sein Vater bereits seit Monaten tot war: „Der Volksbund hat meinem Vater ein Grab gegeben. Das hat mir viel bedeutet, deswegen bin ich hier. Nun möchte ich dem Volksbund helfen.“ Gedanken wie diese haben viele der knapp 20 Volksbund-Förderer, die im Sommer 2008 unter der Leitung von Jochen Droste das Workcamp auf der Kriegsgräberstätte Oberwölbing in Österreich bilden.

 

Soldatengräber unter dem Fußballrasen

Volksbund exhumierte 2 464 Tote in Porchow/Russland

Jahrzehntelang wurde in der russischen Kleinstadt Porchow über den Gräbern von deutschen Gefallenen Fußball gespielt. Von Anfang Mai bis Anfang Juli exhumierten Mitarbeiter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge 2 464 Tote auf dem Sportfeld. Mehr als die Hälfte sind zu identifizieren. Die Gebeine werden auf den deutschen Soldatenfriedhof überführt, den der Volksbund 2007 in Sebesh bei Pskow errichtet hat.

 


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