Olia Lialina, Dragan Espenschied
Reihe tell.net
Mittwoch, 15. Oktober 2008 um 19.30h
Stadtbücherei Stuttgart
Seit dem Aufkommen des World Wide Web in den 1990ern begriffen es seine
Nutzer vor allem als Raum zur Selbstentfaltung. Die Amateure der ersten
Stunde pflegten eine leidenschaftliche Beziehung zu einem neuen Medium:
man verehrte es, war davon angewidert, stritt eifrig um technische
Details und neue Verhaltensregeln. Gleichzeitig entstand ein Schatz
neuer Ausdrucksformen und visueller Gepflogenheiten, die Digitale
Folklore.
Inzwischen hat sich das Neue Medium in ein Massenmedium verwandelt, die
endlose Weite ist scheinbar erschlossen, alle Kommunikation
formalisiert und jede Webseite professionell gestaltet. Dennoch prägt
Digitale Folklore, von den Nutzern weitergetragen, kontinuierlich den
Alltag des Webs. Auf der Suche nach Authentizität widmen sich nun auch
verstärkt Designer und Künstler diesem von ihnen selbst ehemals als
laienhaft und vulgär belächelten modularen Durcheinander.
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