Reporter ohne Grenzen (ROG) ist schockiert über die Ermordung des srilankischen Chefredakteurs Lasantha Wickrematunga heute in Colombo, der Hauptstadt des Inselstaates. Zwei unbekannte Männer auf einem Motorrad haben den Chef der Wochenzeitung "Sunday Leader" am Morgen auf dessen Weg zur Arbeit erschossen. „Sri Lanka hat einen seiner talentiertesten und mutigsten Journalisten verloren“, so ROG. „Präsident Mahinda Rajapakse, dessen Gefährten und die Regierungsmedien tragen eine Mitschuld."
Mindestens 60 Journalisten und ein Medienassistent sind im Jahr 2008 während oder wegen ihrer Arbeit getötet worden. Dies ist ein Ergebnis der heute veröffentlichten Jahresbilanz 2008 von Reporter ohne Grenzen (ROG). 673 Journalisten wurden im Laufe des Jahres festgenommen, 929 erlitten Gewalt oder wurden bedroht und 29 wurden entführt.
Reporter ohne Grenzen (ROG) sieht in dem heute im Vermittlungsausschuss durchgesetzten BKA-Gesetz weiterhin eine Gefahr für die Pressefreiheit. „Unsere Kritik an dem Gesetz bleibt nach den beschlossenen Änderungen des BKA-Gesetzes bestehen: Für Journalisten gibt es keinen ausreichenden Schutz mehr vor heimlicher Überwachung, vor Durchsuchungsaktionen und vor Forderungen, ihr Recherchematerial herauszugeben“, kritisiert ROG-Geschäftsführerin Elke Schäfter.
Heute hat das Europäische Parlament den Sacharow-Preis an den chinesischen Menschenrechtsaktivisten und Internetdissidenten Hu Jia (Foto) verliehen. In einem Video, das während der Zeremonie in Straßburg gezeigt wurde, bedankt sich Hu Jias Ehefrau, Zeng Jinyan, für den Preis. „Ich möchte dem Europäischen Parlament von Herzen für den Preis danken“, sagt Zeng. „Das Parlament hat von Anfang an ein großes Interesse für Hu Jias Fall gezeigt."
Als internationale Menschenrechtsorganisation tritt ROG für den Schutz von Journalistinnen und Journalisten in Kriegs- und Krisengebieten ein.
Im Notfall ist die SOS-Hotline 0033 1 47 77 74 14 rund um die Uhr erreichbar.






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