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Die Standardisierung der Zensur Von Dragan Espenschied und Alvar C.H. Freude, 10.01. 2001, 13:54:53W3C empfiehlt »Platform for Internet Content Selection« |
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Filter sind gefragt |
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Auf Seiten der Internet-Benutzer besteht eine Nachfrage nach Filter-Lösungen für das Netz, als Argument wird meistens der Jugendschutz bemüht. Da beispielsweise in den USA und Deutschland staatliche Zensur verfassungsrechtlich verboten ist, wird ein Modell der freiwilligen Selbstontrolle favorisiert, in dem sich Anbieter von Inhalten selbst bewerten sollen, wie man es von Broadcast-Medien her kennt. Auf seiten der Benutzer soll man sich mit Programmen wie |
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[1] Auch hier sei wieder auf das |
Inhaltliche Selbstkontrolle wird nach dem Motto »immer noch besser als staatliche Zensur« befürwortet. Teilweise brüsten sich Hersteller von Filter-Software sogar mit dem Schutz vor staatlicher Zensur. Gleichzeitig profliert sich die Politik mit der Unterstützung oder Initiierung von Filterprojekten.[1] | ||||||||||||||||||||||
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[2] Detaillierte Informationen zu PICS beim W3-Consortium: [3] Siehe auch Meldung im heise-Newsticker: |
Das w3-Consortium hat mit PICS[2] schon ein Auszeichnungs-Format für Inhalte vorgelegt, das nicht selbst als Filter fungiert sondern ähnlich wie HTML festlegt, wie beliebige Auszeichnungen einem gewissen Inhalt zugewiesen werden. Jedes Filter-Muster kann also in PICS eingebettet werden, aus inhaltlichen Fragen will sich das W3-Consortium jedoch heraushalten und die Ausarbeitung weiterer Deklarierungs-Konventionen Institutionen überlassen, die ein Interesse an Filterung haben. Gleichzeitig will das W3C die Konkurrenz zwischen verschiedenen Filter-Anbietern fördern, damit die Benutzer zwischen verschiedenen moralischen oder politischen Ansichten wählen können.[3] | ||||||||||||||||||||||
| PICS ist ein mächtiges System, das viele Möglichkeiten des Missbrauchs bietet. Verantwortung wollen die Erfinder jedoch nicht übernehmen, die oft gestellte Frage nach einem staatlich regulierten Einsatz von PICS oft gestellte Frage wird so beantwortet: | |||||||||||||||||||||||
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[4] Siehe auch Simson Garfinkels Kritik an PICS in Hotwired: |
Aus dem |
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Die von den Vereinten Nationen 1948 verabschiedeten Allgemeinen Menschenrechte zumindest beziehen dazu klar Stellung:
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Die erwünschte Vielfalt der Filterangebote blieb seit der ersten Vorstellung von PICS 1996 jedoch aus. Zwei Bewertungs-Schemen mit einer gewissen Verbreitung haben sich inzwischen herausgebildet: |
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1. ICRA: Sex, Gewalt, Kunst und Sport |
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[5] zumindest laut der eigenen |
Das ICRA-System ist äußert primitiv aufgebaut. Es besteht aus einer »objektiven« und einer »subjektiven« Komponente.[5] | ||||||||||||||||||||||
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Die objektive: Zuerst bewerten Inhalte-Anbieter ihr Angebot, indem sie einen |
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Die Kategorien sind sehr schwamming. Fällt beispielsweise Kriegsberichterstattung unter »Violence«, genau wie ein Splatter-Film oder eine Reportage aus dem Schlachthaus? Den Fragen ist deutlich ihre Herkunft aus dem US-amerikanischen Kulturkreis anzumerken. Dennoch findet sich als Tipp in der Hilfe zur Selbstbewertung folgendes:
Ola-Kristian Hoff, Direktor von ICRA-Europe wird im
heise-Newsticker: |
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Der subjektive Teil: Die Benutzer wählen selbst aus, was sie sich zumuten wollen und stellen ihren Filter entsprechend ein. Im Internet-Explorer, dem zur Zeit am weitesten verbreiteten Web-Browser ist der ICRA-Filter bereits eingebaut. In einem Menü kann für die einzelnen Kategorien »Language«, »Nudity«, »Sex« und »Violence« ein Wert zwischen 0 (unschuldig) bis 4 (volles Programm) eingestellt werden. Der Browser noch nicht auf dem neusten Stand des RASACi-Standards und kann die neuen »Context«-Bewertungen nicht verwenden. |
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2. SafeSurf: »Cooperative self regulation is a million times more effective than government censorship.« |
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Auch bei SafeSurf generiert ein Für Fälle von »misrating« weiß SafeSurf jedoch Abhilfe:
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[6] Siehe die |
Wollte SafeSurf durch die Initiative nicht eine staatliche Intervention verhindern?[6] Aber, zugegeben, wenn niemand über die »richtige« Verwendung der Auszeichungen wachen würde, wäre das gesamte Projekt nutzlos. | ||||||||||||||||||||||
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Der »freiwillige Filter« |
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[7] Zum Beispiel [8] siehe Alexander Gruhler in Telepolis: |
Die beiden momentan erhältlichen PICS-Filter behaupten von sich, neutrale und objektive Kriterien anzubieten, die jeder Anbieter von Inhalten selbst anbringen kann. Doch bereits diese Kriterien transportieren Weltanschauungen. Beispielsweise kann eine Website über AIDS[7], die sich an Teenager wendet, vielleicht auch noch »Slang« verwendet (SafeSurf-Level 1), bei »korrekter« Bewertung genau die Zielgruppe nicht erreichen, die die Information vielleicht am nötigsten bräuchte. Bei Verweigerung der Kategorisierung wird das Angebot grundsätzlich nicht angezeigt. |
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Zudem ist die Einstufung des Inhaltes an sich nicht einfach zu bewältigen:
Sierk Hamann nach Monika Ermert in Telepolis: |
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| Ein Filtersystem, dass unbewertete Inhalte unbehelligt lässt, ist relativ nutzlos. Der Zugang zum großen Teil unerwünschter Informationen wäre immer noch frei, denn im Netz wird selbstverständlich der überwiegende Teil des Angebots niemals bewertet werden, und schon garnicht nach den Kriterien vielleicht noch aufkommenden konkurrierenden Rating-Systemen. Deswegen ist ein Filtersystem nur dann sinnvoll, wenn es nicht bewertete Informationen | |||||||||||||||||||||||