Das neue Gnome ist da. Die Version 2.24 der Desktop-Umgebung für Linux und Unix wartet, wie auch die letzten Releases, mit jeder Menge Detailverbesserungen auf.
Ein gutes halbes Jahr nach Gnome 2.22 hat das Entwickler-Team die Version 2.24 der Desktop-Umgebung für Linux freigegeben. Das neue major release beseitigt Bugs, frischt mit neuen Hintergrundbildern das Aussehen auf und bringt zahlreiche meist kleinere Änderungen, auch in den mitgelieferten Anwendungen. Wie bei dem Gnome-Projekt üblich geben die reichlich bebilderten Release Notes einen anschaulichen Überblick über die Neuerungen und Änderungen – auch in deutscher Sprache.
Gnome 2.24 mit Nautilus und Empathy ![]()
Unter der Haube sind die Entwickler mit der in Gnome 2.22 begonnenen Migration auf das neue virtuelle Dateisystem GVFS einen Schritt weiter gekommen. Es läuft im Userspace und enthält Backends für diverse Dateisysteme und Protokolle, darunter SMB, WebDAV und SFTP. GVFS soll das bisherige Gnome-vfs komplett ersetzen. Nach dem Dateimanager Nautilus, dem Login-Manager Gdm, dem Webbrowser Epiphany und dem PDF-Betrachter Evince setzen jetzt auch das Gnome-Control-Center, der Editor Gedit, der Medienplayer Totem, die Entwicklungsumgebung Anjuta und der Bildbetrachter Eye of Gnome auf den neuen Standard.
Version 1.2 von XRandR (Resize and Rotate) hat zusammen mit Unterstützung für Dual-Head-Konfigurationen Einzug in das Gnome-Control-Center gehalten. Mit der Xorg-Erweiterung lassen sich Monitore im laufenden Betrieb ohne Neustart des X-Servers anschließen und verwenden, Auflösung, DPI-Wert und Bildwiederholrate ändern und der Bildschirm-Inhalt ohne Neustart des X-Servers drehen.
Empathy löst Pidgin als Standard-IM-Client ab. Das Programm setzt auf die Bibliothek Telepathy und beherrscht den Umgang mit den Protokollen ICQ, Jabber, GoogleTalk, AIM, Groupwise, MSN und Yahoo. Mit Project Hamster hält ein neues Tool in die Desktop-Umgebung Einzug, das es möglich macht, die für Aufgaben aufgewendete Zeit automatisch zu erfassen.
Mit Project Hamster Aufgaben im Griff
Gnomes altbewährter Dateimanager Nautilus hat jetzt wie sein KDE-Pendant Konqueror Tabs erhalten. Sie sorgen, wenn man mit vielen Ordnern gleichzeitig hantiert, für Ordnung auf dem Desktop und in der Taskleiste. Nicht in das neue Gnome-Release geschafft hat es die geplante Umstellung des Webbrowsers Epiphany von Gecko auf WebKit. Die Migration auf die aus der KDE-Engine KHTML hervorgegangene und von Apple für Safari adaptierte Browser-Engine steht jetzt für Gnome 2.26 auf dem Plan.
Gnome 2.24 wird Bestandteil der kommenden Versionen von Mandriva (9. Oktober), Ubuntu (30. Oktober), Fedora (Ende November) und OpenSuse (18. Dezember) sein. Die meisten Features lassen sich jedoch auch jetzt schon in den Vorabversionen von Mandra 2009, Ubuntu 8.10, Fedora 10 und Opensuse 11.1 begutachten.
Gnome-Konferenz: Von Istanbul aus neue Wege beschreiten, Artikel auf heise open zu den Plänen für Gnome 2.30 sowie zu Gnome auf mobilen Geräten.
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