Als Serverbetriebssystem wird Linux mittlerweile von allen namhaften Hardware-Herstellern angeboten. Doch auf den Arbeitsplatz-PCs dominiert Microsofts Windows. Zu schwierig, zu wenig Software, zu ungewohnt -- das waren bislang die drei Standardargumente gegen den Einsatz von Linux am Arbeitsplatz. Doch mittlerweile sind zentrale Office-Anwendungen für das Open-Source-Betriebssystem vorhanden, und es existieren einfach zu bedienende grafische Oberflächen.
Grund genug für viele Firmen, über Linux als Alternative zu MS Windows nachzudenken -- immerhin könnte man dadurch eine Menge Lizenzkosten sparen. Zudem stören sich immer mehr IT-Manager an der Monokultur und Marktmacht von Microsoft.
Das IT-Profimagazin iX stellt in seiner März-Ausgabe (ab 11.2. am Kiosk) Vor- und Nachteile von "Linux auf dem Desktop" aus der Sicht von Administratoren und Budgetverantwortlichen dar. So gehen neben den Lizenzkosten für die Anschaffung der Software die Wartungskosten nach verschiedenen Berechnungsmodellen, die Überschaubarkeit sowie Fernwartbarkeit der Systeme und Investitionssicherheit in die Betrachtung ein.
Als Quintessenz formuliert der Linux-Spezialist der iX-Redaktion, André von Raison: "Je genauer die Aufgaben für einen bestimmten Arbeitsplatz definiert sind, desto eher lässt er sich mit Open-Source-Software realisieren." Unter anderem sind Sachbearbeiter-PCs in Banken und Versicherungen ideale Kandidaten für einen Umstieg. So betreibt seit Neuestem die Debeka 3000 Arbeitsplätze in über 230 Niederlassungen mit Linux, bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg laufen 400 PCs unter Linux.
Doch Raison warnt die Linux-Anhänger auch vor
überhöhten Erwartungen. Freie Software sei zwar auf dem
Vormarsch, doch "nicht so schnell wie noch vor einem
Jahr erhofft". Und er weist auf einen wenig beachteten
psychologischen Aspekt hin: Stellt man den Arbeitsplatz
von Windows auf Linux um, beraubt man die Anwender der
Möglichkeit, ihre auf dem heimischen PC gesammelten
Erfahrungen umzusetzen.
(js/iX)
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