Nach einem überraschend schwachen dritten Quartal hat der niederländische Elektronikkonzern Philips weitere Sparmaßnahmen angekündigt. Während der sich im Umbruch befindende Konzern bei Medizintechnik und Licht weiter wachsen kann, ging das in der Sparte "Lifestyle" zusammengefasste Geschäft mit Unterhaltungselektronik und kleinen Haushaltsgeräten deutlich zurück.
Im Ende September abgelaufenen Jahresabschnitt ging der Umsatz um 2 Prozent auf 6,33 Milliarden Euro zurück, teilte der Konzern am heutigen Montag im niederländischen Eindhoven mit. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) ist nach Konzernangaben von 444 Millionen Euro im Vorjahresquartal um über 70 Prozent auf 128 Millionen Euro deutlich eingebrochen. Philips verfehlte damit die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit einem EBITA von 168 Millionen Euro gerechnet hatten.
Den Anstieg des Nettogewinns um knapp 8 Prozent auf 357 Millionen Euro verdankt Philips im Wesentlichen den 302 Millionen Euro aus dem Verkauf weiterer Anteile am Auftragshersteller TSMC. Gleichzeitig sei die Bilanz durch Zahlungen und Rückstellungen für Klagen – vor allem wegen Problemen mit Asbest in US-Werken – um insgesamt 285 Millionen Euro belastet worden.
Am Ziel, das EBITA pro Aktie bis 2010 zu verdoppeln, will das Unternehmen dennoch festhalten. Dabei sollen weitere Sparmaßnahmen helfen, die das vierte Quartal mit bis zu 230 Millionen Euro belasten werden. "Wir werden Kosten und Preise strikt managen, Investitionen weiterhin in aufstrebende Märkte und Wachstumsregionen umleiten und die Optimierungsprogramme in allen Bereichen verstärken", sagte Philips-Vorstandschef Gerard Kleisterlee laut dpa.
Zudem will der Konzern das Tempo beim Rückkauf eigener Aktien drosseln. Bis Ende September hatte Philips eigene Aktien für rund 3 Milliarden Euro zurückgekauft und damit rund 60 Prozent des derzeit laufenden Programms über 5 Milliarden Euro ausgeschöpft.
(vbr/c't)
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