Trotz der nur einen Monat später „drohenden“ photokina in Köln wird der Hobby-Fotograf bereits auf der IFA zahlreiche Neuheiten erblicken können: Die Vollsortiment-Hersteller treten natürlich auch mit ihrem Digitalkamera-Portfolio unter dem Funkturm an.
Eine kleine Sensation ließen Panasonic und Olympus schon einige Wochen vor der IFA verlauten: Mit der Erweiterung des offenen FourThirds-Standards zum kleineren „Micro FourThirds“ wollen beide Hersteller den Bau kleinerer und leichterer Kamerasysteme mit Wechseloptiken ermöglichen und so kompakten Systemkameras ohne Spiegelreflex-Optik und Sucher Vorschub leisten. Der Bajonett-Anschluss schrumpft, die größeren FourThirds-Objektive bleiben aber mittels Adapter nutzbar.
Gleich vier neue Kameras hat Panasonic im Programm: Eine marketingmäßig mutige, aber fotografisch höchst sinnvolle Richtung schlägt die mit einem für heutige Kompaktkameras sehr großen (1/1,63 Zoll) Sensor ausgestattete, „nur“ zehn Megapixel auflösende Lumix LX3 ein, die gegenüber der LX2 ein deutlich verbessertes Signal-Rauschverhältnis aufweist. Hingucker ist das sehr lichtstarke (f/2,0–2,8) Leica-Objektiv mit einem KB-Brennweitenbereich von 24 bis 60 Millimeter.
Die FX150 löst satte 14,7 Megapixel auf – gepackt aber auf einen kleineren Sensor (1/1,7-Zoll-CCD) hinter einem deutlich lichtschwächeren 28–100-mm-Zoom. Beim der FZ28, dem Nachfolger der FZ18 mit nun 10 MP, muss der optische Bildstabilisator zeigen, was er kann und einen Brennweitenbereich von 27 bis 486 mm stabilisieren. Die FX37 ist schließlich eine modellgepflegte FX35 mit besserem Monitor. Videos nehmen alle vier Panasonic-Modelle in der High-Definition-Auflösung von 1280 x 720 (720p) auf. Die Kameras sollen ab August erhältlich sein und 550 Euro (LX3), 400 Euro (FX150), 450 Euro (FZ28) und 350 Euro (FX37) kosten.
Samsung erweitert seine NV-Serie um das neue Topmodell NV100 HD, das satte 14,6 Megapixel auflöst und auch Videoaufnahmen mit hoher Auflösung erlaubt, sowie die NV9, die zwar „nur“ 10 Megapixel, dafür aber einen größeren optischem Zoom besitzt. Über einen Fingerzeig auf dem „hVGA“-Touchscreen (480 x 320 Bildpunkte) lässt sich das Bild drehen. Obendrein fungiert die NV9 auch als MP3-Player. Ein mechanischer Bildstabilisator beugt wie beim Topmodell verwackelten Aufnahmen vor.
Sonys Cyber-shot-Kameras DSC-T77 und DSC-T700 verbinden ultraschlanke Bauform (dank Winkel-Optik) und adrettes Design mit Leistungsmerkmalen wie 10,1-Megapixel-CCD (1/2,3", 4fach-Zoom von Zeiss (entsprechend 35 bis 140 mm KB), einem optomechanischen Verwacklungsschutz und diversen Techniken zur Bildoptimierung. Das Alu-Gehäuse der T77 ist nur 15 Millimeter tief, fast ebenso grazil wirkt die mit 16,4 Millimeter kaum dickere, ebenfalls in verschiedenen Farben lieferbare Cyber-shot T700. Zusätzlich besitzt die T77 eine Anti-Blinzel-Automatik, die zwei Aufnahmen kurz hintereinander durchführt und automatisch das Bild mit geöffneten Augen speichert.
In der T700 fällt der bedienungsfreundliche „Xtra Fine“-Touchscreen mit 3,5 Zoll noch größer und mit 640 x 480 Bildpunkten auch bedeutend hochauflösender aus als bei der T77. Der interne Speicher der T700 ist mit 4 GByte mehr als ĂĽppig bemessen, er soll laut Sony für 1000 Fotos in voller Auflösung reichen. Die Kameras sollen ab September 2008 verfügbar sein und 280 (DSC-T77) beziehungsweise 380 Euro (DSC-T700) kosten.
Eine zunehmende Anzahl von Camcorder-Modellen zeichnet mit einer hohen Bildauflösung (HD) auf – bis zu 1920 x 1080 Pixel pro Bild enthält ein High-Definition-Video. Das dabei verwendete Komprimierungsverfahren AVCHD ist nach ersten Kinderkrankheiten und Inkompatibilitäten nun im Massenmarkt angekommen – auch im Markt der Schnittprogramme, die bislang mit dem hochkomplexen Kompressionsalgorithmus schon deshalb wenig anfangen konnten, weil er sehr viel Rechenleistung fordert. Mit einigen Tricks und der Verlagerung der Umkodierung in den Hintergrund erlaubt die aktuelle Palette auch preiswerter Programme, selbst AVCHD-Videos komfortabel zu bearbeiten.
Sanyo hat sich mit den ultrakompakten Xacti-Videokameras der HD-Serie gut etabliert, die Digitalkamera-Funktionen quasi nebenbei mitliefern. Im Programm findet sich aber auch eine waschechte Fotokamera: die Xacti VPC-E875 mit 8 Megapixeln und stabilisiertem 3fach-Zoom. Die Xacti HD1000 legt dagegen mehr Wert auf Video-Qualität: Die derzeit kleinste Digital-Movie-Kamera mit AVCHD-Technik speichert Full-HD-Videos (1920 x 1080 Bildpunkte) mit 30 fps auf SD- oder SDHC-Speicherkarte.
Die mit einer Festplatte als Speicher ausgestatteten Modelle warten mit immer großzügigerer Kapazität und entsprechend anwachsender Aufnahmedauer auf; trotzdem ist irgendwann auch die größte Festplatte voll. Dann spielen die SD- oder SDHC-Speicherchips – etwa im SD 100 von Panasonic – ihre Stärken aus, was eine je nach Geldbeutel beliebige Aufnahmedauer erlaubt.
Abseits der IFA kündigte Canon den HG 21 an, der auf SDHC-Chips und 120-GByte-Festplatte aufzeichnet; um selbst schnellste Bewegungen bestmöglich einzufangen, stellt das Gerät mit 24 MBit/s die derzeit höchste AVCHD-Datenrate bereit.
Manche Camcorder sind darauf ausgelegt, die selbstgedrehten Szenen auf das Videoportal YouTube hochzuladen. Beispielsweise beim JVC GZ-MS100 packt der Hersteller eine entsprechend vorbereitete Version des CyberLink- Schnittprogramms bei.
Seit Jahren streitet man hinter den Kulissen, ob nun CCD oder CMOS die besseren Bildwandler erlaube. Seitdem die digitalen Fotokameras, etwa die Erfolgsmodelle von Canon, durchweg mit CMOS-Chips ausgestattet werden, rücken mehr und mehr Hersteller aus dem Camcorder-Lager von den CCDs ab und bauen die viel lichtempfindlicheren CMOS-Wandler ein. Das dieser Technik anhaftende stärkere Bildrauschen lässt sich mit hochentwickelten Image-Prozessoren auf ein akzeptables Maß reduzieren, wie beispielsweise Sanyo mit der HD 800 beweisen möchte. Dieser handliche Camcorder zeichnet allerdings nicht – wie die größeren Modelle – in voller HD-Auflösung auf, sondern mit 1280 x 720 Pixeln bei 30 Hz Bildwiederholrate. (cm/uh)
Olympus Halle 17, Stand 102
Panasonic Halle 5.2, Stand 101
Samsung Halle 20, Stand 101
Sanyo Halle 26, Stand 115
Sony Halle 4.2, Stand 101
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