Rätselhafte Naturphänomene, Besucher fremder Welten oder erklärbare Erscheinungen?

Geometrische Muster in Getreidefeldern, fliegende Dreiecke über Belgien, Lichtertrauben über der Ostsee, Bilder vermeintlich Außerirdischer, Berichte über abgestürzte außerirdische Raumschiffe, Meldungen über Entführungen von Menschen durch fremde Wesen, "gechannelte Botschaften" - was steckt dahinter? UFO-Begeisterte sprechen von 100.000 Meldungen angeblich unidentifizierbarer Erscheinungen am Himmel.

Immer wieder ist sogar von "UFO-Beweisen" die Rede, obwohl solche "Beweise" in kein wissenschaftliches Lehrbuch Eingang gefunden haben. Sind also die meisten Vertreter der Wissenschaften blind gegenüber den angeblichen UFO-Beweisen, oder gibt es gar eine UFO-Verschwörung ("cover up"), an der diverse Geheimdienste oder Regierungen beteiligt sind?

In der Tat meldeten selbst Flugzeugpiloten, ja gelegentlich sogar Astronomen, UFOs! Nun bedeutet der Begriff "UFO" zunächst nichts weiter als "unidentifiziertes Flugobjekt": ein Objekt, das dem Beobachter zum Zeitpunkt der Beobachtung unbekannt vorkam. Niemand kann ausschließen, daß sich hinter den unzähligen UFO-Meldungen ein tatsächliches UFO-Phänomen rätselhafter Natur verbirgt. Andererseits weiß man, daß Menschen, die mit unvertrauten Phänomenen konfrontiert werden, meist schlechte Beobachter sind und ihre Berichte oft Ungenauigkeiten und Irrtümer enthalten (siehe Abschnitt "Wahrnehmungstäuschungen"). Um den Kern der UFO-Meldungen zu finden, müssen die vorgebrachten Belege sorgfältig geprüft werden. Genau das tun Mitarbeiter der GWUP. Sie gehen den fast täglich in den Medien auftauchenden UFO-Meldungen akribisch genau nach, sprechen persönlich mit Augenzeugen, analysieren mittels Computertechnik Fotos und richten UFO-Hotlines ein, unter denen sich Personen, die Ungewöhnliches am Himmel beobachteten, seriösen und erfahrenen Untersuchern anvertrauen können.

1991 hat die GWUP die erste deutsche Statistik mit mehr als 300 UFO-Meldungen veröffentlicht. Es ergab sich, daß die meisten UFOs weder auf fremde Wesen noch auf Luftspiegelungen, sondern auf Modell-Heißluftballons zurückgehen! Weitere wichtige Auslöser sind Lichtshows, bei denen Reflexe in den Wolken oft wie große, leuchtende Scheiben aussehen, aber auch verschiedene astronomische Objekte. Typisch ist, daß Menschen erst durch die Berichterstattung in den Medien dazu angeregt werden, nach oben in den Himmel zu sehen, und dann dazu neigen, altbekannte Himmelsphänomene als UFOs zu "identifizieren".

Auch die GWUP kann nicht alle UFO-Meldungen aufklären, denn eine sorgfältige Untersuchung kostet viel Zeit, und oftmals liegen auch nicht genügend Informationen vor. Dennoch wurden glaubwürdige Erklärungen für nahezu alle in den Medien als "sensationell", "einzigartig" und "unerklärbar" eingestuften Berichte gefunden. Selbst Berichte, die lange Zeit von Militärs, Bildanalyse-Experten und Physikern als unerklärbar bezeichnet wurden, konnten nach Jahren oder gar Jahrzehnten eindeutig aufgeklärt werden. Dies mahnt zur Vorsicht gegenüber allzu schnellem UFO-Enthusiasmus. Leider erfährt die Öffentlichkeit von den Aufklärungen meist nichts, denn wenn nach wochen- oder gar jahrelanger Arbeit ein Fall geklärt ist, haben die Medien in der Regel das Interesse verloren.

Es stellte sich leider auch heraus, daß Autoren, die mit UFOs Geld verdienen, oft mit der Wahrheit sehr nachlässig umgehen. So wird beispielsweise ein Greifswalder Videofilm als "Beweis" für unbekannte Leuchterscheinungen vorgeführt, obwohl längst bekannt ist, daß hier ein Militärmanöver über der Ostsee gefilmt wurde. Das Foto einer Plastikpuppe, die bei einer Ausstellung in Montreal zu sehen war, wird als streng geheimes Foto eines Außerirdischen verkauft, dessen Leiche von militärischen Spezialeinheiten aus einem "Untertassen"-Wrack geborgen worden sei. Auch Geheimpapiere, die eine Verwicklung der CIA "beweisen" sollen, haben sich längst als gefälscht herausgestellt, werden aber immer noch in Bestsellern vermarktet. Die GWUP hält es für wichtig, auch auf solche unseriösen Praktiken aufmerksam zu machen.

Literatur:

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