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Die
Beweise gegen Osamar Bin Laden
2.Oktober 2001, 10.45 B5-Radio-Nachrichten
US-Regierung
übermittelt geheime Beweise an Verbündete. Die
US-Regierung sei "sehr davon überzeugt", dass Osama Bin Laden und
sein Netzwerk für die Anschläge am 11.September 2001 verantwortlich sind.
4.Oktober
2001, ZDF-Heute oder ARD-Tagesschau:
Den
Verbündeten wurden Beweise zur Ansicht vorgelegt. Originale wurden aber
nicht herausgegeben.
Anmerkung
Es
wurden Beweise vorgelegt, nur deren Echtheit ist nicht überprüfbar, da
die Originale von den USA nicht herausgerückt werden.
Ein
nicht überprüfter "Beweis" ist aber kein Beweis, sondern
lediglich ein Indiz. Unumwunden sprechen manche Kommentatoren auch nur von
Indizien.
Die
teilweise erwähnten "Bankbelege" kann jeder Teenager auf seinem
PC fälschen. Ein Witz! Um so mehr, wenn nur Kopien vorgelegt werden.
Entsprechendes
gilt
für mitgeschnittene Telefongespräche. Als wenn es nicht Schauspieler
gäbe.
Die
Beweislage ist also dünn. Es mag bewiesen sein, dass Bin Laden früher
als Terrorist aktiv war, und dass er heutzutage noch ein Terrorist im Kopf
ist - aber seine Beteiligung an den Anschlägen in den USA ist nicht
bewiesen.
Folgen
jetzt militärische Schläge der USA, so wird die "Beweislage"
zu einer offenen Provokation der islamischen Welt.
Anmerkung:
"Sehr
davon überzeugt" bedeutet:
1. wir
haben (derzeit) keine stichhaltigen Beweise
2. es
könnte sein, dass wir irgendwann zu einer anderen Überzeugung kommen
3. wer
auf stichhaltige Beweise wartet, kann uns mal.
Stufe 1:
Wenn die USA einen Angriff auf Afghanistan ohne, oder nur mit unzureichenden
Beweisen starten, wird sich ein Teil der gemäßigten islamischen Welt gegen die
USA wenden. Dieses Risiko nimmt die Bush-Regierung bewusst in Kauf. Aus
islamischer Sicht, stellt dieser Mangel an Beweisen eine Provokation dar. Und
Bush weiß dies!
Das
könnte böse Folgen in Pakistan (US-Verbündeter), Saudi Arabien
(US-Verbündeter), aber auch Iran (bisher anti-afghanisch) und insbesondere
Russland (anti-afghanisch) haben.
Stufe 2:
Ergibt sich in dem Moment, wo eine größere Anzahl Unschuldiger getroffen wird.
Ohne ausreichende Beweise ist dies aus islamischer Sicht praktisch automatisch
der Fall. Dann geht es nur noch um die Anzahl getöteter Zivilisten. Ein
"Problem" dürfte entstehen, wenn die Zahl nahe an 1000 heranrückt,
und wenn diese auf einen Schlag entsteht.
Folglich
dürften sich die Taliban jetzt vor allem mit Video-Kameras bewaffnen!
Eine
Alternative zu plötzlich zu vielen toten Zivilisten wäre natürlich eine lange
Kette weniger spektakulärer Opferzahlen.
Ebenso
wie bei Bushs "Kreuzzug", "Krieg der Zivilisation" und bei
seiner (derzeitigen) Beweisnot, ergibt sich hier eine Grauzone, die der Westen
seinerseits noch nicht als eindeutige Provokation auffasst, die islamische Welt
aber sehr wohl.
Somit
besteht die Gefahr, dass die Worte sowie die Aktionen der US-Regierung die
islamische Welt provozieren, ohne dass die westliche Öffentlichkeit dies
erkennt, nachvollziehen oder verstehen kann.
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