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Es passiert viel im Moment

Israels Arie Scharon warnt die USA mit einer arabischen Allianz Israel auszubooten. 

Russlands Präsident Putin übt sich als Friedensengel oder doch zumindest als dicker Freund des Westens.

Saudi Arabien verweigert den USA die Nutzung eines Militärflughafens.

Die Kontrollen im Bankwesen werden drastisch verschärft. Jeder wird betroffen sein.

Der deutsche Luftraum ist jetzt generell offen für amerikanische Militärmaschinen.

Die USA vollziehen eine 180-Grad-Wende in der Balkanpolitik. 

Europäisches NATO-Militär soll aus Nordeuropa in die Mittelmeerregion verlegt werden.

Deutsche AVACs-Radarflugzeuge sollen aus Deutschland Richtung Mittlerer Osten abgezogen werden.

Im Mittleren Osten wurden 40 westliche Kriegschiffe zusammengezogen, aber zu einem regulären Krieg soll es nicht kommen.

etc.

 

Es passiert derzeit derartig viel, dass ich das hier nicht alles aus dem Blickwinkel der Prophezeiungen kommentieren kann und will.

Deshalb hier nur 2 Aspekte:

 

Die Beweise gegen Osamar Bin Laden

Russland dick Freund mit dem Westen?

 

 

 

 

 

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Die Beweise gegen Osamar Bin Laden


2.Oktober 2001, 10.45 B5-Radio-Nachrichten

US-Regierung übermittelt geheime Beweise an Verbündete. Die US-Regierung sei "sehr davon überzeugt", dass Osama Bin Laden und sein Netzwerk für die Anschläge am 11.September 2001 verantwortlich sind.

 

4.Oktober 2001, ZDF-Heute oder ARD-Tagesschau: 

Den Verbündeten wurden Beweise zur Ansicht vorgelegt. Originale wurden aber nicht herausgegeben.

 

Anmerkung

Es wurden Beweise vorgelegt, nur deren Echtheit ist nicht überprüfbar, da die Originale von den USA nicht herausgerückt werden.

Ein nicht überprüfter "Beweis" ist aber kein Beweis, sondern lediglich ein Indiz. Unumwunden sprechen manche Kommentatoren auch nur von Indizien.

Die teilweise erwähnten "Bankbelege" kann jeder Teenager auf seinem PC fälschen. Ein Witz! Um so mehr, wenn nur Kopien vorgelegt werden. Entsprechendes

gilt für mitgeschnittene Telefongespräche. Als wenn es nicht Schauspieler gäbe.

 

Die Beweislage ist also dünn. Es mag bewiesen sein, dass Bin Laden früher als Terrorist aktiv war, und dass er heutzutage noch ein Terrorist im Kopf ist - aber seine Beteiligung an den Anschlägen in den USA ist nicht bewiesen.

Folgen jetzt militärische Schläge der USA, so wird die "Beweislage" zu einer offenen Provokation der islamischen Welt

 

 

Anmerkung:

"Sehr davon überzeugt" bedeutet:

1. wir haben (derzeit) keine stichhaltigen Beweise

2. es könnte sein, dass wir irgendwann zu einer anderen Überzeugung kommen

3. wer auf stichhaltige Beweise wartet, kann uns mal.

 

Stufe 1: Wenn die USA einen Angriff auf Afghanistan ohne, oder nur mit unzureichenden Beweisen starten, wird sich ein Teil der gemäßigten islamischen Welt gegen die USA wenden. Dieses Risiko nimmt die Bush-Regierung bewusst in Kauf. Aus islamischer Sicht, stellt dieser Mangel an Beweisen eine Provokation dar. Und Bush weiß dies!

Das könnte böse Folgen in Pakistan (US-Verbündeter), Saudi Arabien (US-Verbündeter), aber auch Iran (bisher anti-afghanisch) und insbesondere Russland (anti-afghanisch) haben.

 

Stufe 2: Ergibt sich in dem Moment, wo eine größere Anzahl Unschuldiger getroffen wird. Ohne ausreichende Beweise ist dies aus islamischer Sicht praktisch automatisch der Fall. Dann geht es nur noch um die Anzahl getöteter Zivilisten. Ein "Problem" dürfte entstehen, wenn die Zahl nahe an 1000 heranrückt, und wenn diese auf einen Schlag entsteht.

Folglich dürften sich die Taliban jetzt vor allem mit Video-Kameras bewaffnen!

Eine Alternative zu plötzlich zu vielen toten Zivilisten wäre natürlich eine lange Kette weniger spektakulärer Opferzahlen. 

Ebenso wie bei Bushs "Kreuzzug", "Krieg der Zivilisation" und bei seiner (derzeitigen) Beweisnot, ergibt sich hier eine Grauzone, die der Westen seinerseits noch nicht als eindeutige Provokation auffasst, die islamische Welt aber sehr wohl.

Somit besteht die Gefahr, dass die Worte sowie die Aktionen der US-Regierung die islamische Welt provozieren, ohne dass die westliche Öffentlichkeit dies erkennt, nachvollziehen oder verstehen kann.

 

 

 

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Russland plötzlich dick Freund mit dem Westen?

 

Putins Rede im Deutschen Bundestag am 25.September 2001

 

Anmerkung

Putins Rede umfasst nach dem Text von www.MOSKAU.ru etwa 5 DinA4-Seiten. Hier wird nur ein Teil wiedergegeben. Zum Kommentar der ganzen Rede ließe sich ein ganzes Kapitel schreiben. Hier interessieren aber nur die Stellen zum Kalten Krieg. Die Rede wurde übrigens auch auf n-tv komplett gezeigt.

Die Rede ist insgesamt ein Appell an die deutschen Politiker, die Integration Russlands in Europa voranzutreiben. Putin richtet sich an Deutschland, als die Hauptmacht im europäischen Einigungsprozess. Er zeigt sich unzufrieden mit der gegenwärtigen Einbeziehung Russlands in die europäische Politik, und sieht die Ursache dafür im immer noch vorhandenen Denken des Kalten Krieges. Er bemängelt die Ehrlichkeit des Westens Russland gegenüber - deutet an, dass er der Politik des Westens nicht traut. (Zeilen 1, 2, 3, 7, 8, 11). 

Putin droht nicht. Putin malt keinen Teufel an die Wand. Der dramatischst Aspekt seiner Rede ist vielleicht die Kritik an der Falschheit der westlichen Politik gegenüber Russland. Wörtlich fragt er:

"Wir sollten uns fragen, ob das normal ist - ob das eine echte Partnerschaft ist?"

Das wäre vermutlich ein zentraler Punkt: Putin gibt bekannt, dass es der Politik des Westens, allen voran natürlich der USA, nicht traut.

Putin sagt zwar nicht direkt, dass wir noch im Kalten Krieg leben, aber er bittet um dessen Beendigung!

Es ist erstaunlich, dass Putin noch im Jahre 2001 im Deutschen Bundestag verkündet, "der Kalte Krieg ist vorbei!" 

 

Putins Rede ist insgesamt freundlich. Er bittet um Freundschaft. Fraglich ist, was passiert, wenn dieser Bitte nicht entsprochen wird. Auf "süße Reden" fällt Putin jedenfalls nicht herein. Fraglich auch, wie lange Putin auf die Erfüllung der Bitte wartet.

 

Mein paranoider Tipp: Wenn Putin erkennt, dass im Westen für ihn kein Pfifferling zu gewinnen ist, wird er eben auch nach außen hin "süße Reden" halten, aber in Wahrheit auf seine Chance warten. Und diese dürfte um so näher rücken, je mehr die USA (+Europa) geschwächt sind.

In jedem Falle dürfte eine "Freundschafts-Ablehnung" durch den Westen, die Anti-Westler in der russischen Elite stärken. Diese Entwicklung liegt auf der Hand.

 

Aus Putins Rede lässt sich naturbedingt nicht die "Planung eines Angriffes auf Westeuropa" herauslesen, wohl aber einige prophezeite Kernelemente eines "Dritten Weltkrieges": Feindschaft und Heimlich- bzw. Hinterhältigkeit!

 

 

Ausschnitte:

 

  1   Wir sprechen von einer Partnerschaft

  2   In Wirklichkeit haben wir aber immer noch nicht gelernt, einander zu vertrauen.  

  3   Trotz der vielen süßen Reden leisten wir weiterhin heimlich Widerstand

  4   Mal verlangen wir Loyalität zur NATO, [Balkan, Afghanistan - hauptsächlich auf Betreiben der USA]

  5   mal streiten wir uns über die Zweckmäßigkeit ihrer Ausbreitung. [hauptsächlich wegen der USA]

  6   Wir können uns immer noch nicht über die Probleme im Zusammenhang mit dem Raketenabwehrsystem einigen usw..[nur USA]

      .......

  7   Heutzutage werden Entscheidungen manchmal überhaupt ohne uns getroffen

  8   Wir werden dann nachdrücklich gebeten, sie zu bestätigen

  9   Dann spricht man wieder von der Loyalität gegenüber der NATO

10   Es wird sogar gesagt, ohne Russland sei es unmöglich, diese Entscheidungen zu verwirklichen. - 

11   Wir sollten uns fragen, ob das normal ist, ob das eine echte Partnerschaft ist.

        ........

12   Noch vor kurzem schien es so, als würde auf dem Kontinent bald ein richtiges gemeinsames Haus entstehen

13   in welchem Europäer nicht in östliche und westliche, in nördliche und südliche geteilt werden

14   Solche Trennungslinien bleiben aber erhalten, und zwar deswegen, weil wir uns bis jetzt noch nicht endgültig von 

15   vielen Stereotypen und ideologischen Klischees des Kalten Krieges befreit haben

16   Heute müssen wir mit Bestimmtheit und endgültig erklären: Der Kalte Krieg ist vorbei.

 

NATO-Erweiterung

Die BILD-Zeitung vom 4.10.2001 schreibt auf Seite 2:

Brüssel - Russlands Präsident Wladimir Putin hat seinen Widerstand gegen eine NATO-Osterweiterung abgeschwächt. Russland werde seine Haltung überdenken, wenn es stärker in den Erweiterungsprozess einbezogen werde, sagte er beim Treffen mit den EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel

Anmerkung:

Klingt auf den ersten Blick nicht schlecht. Ist auf den zweiten Blick aber nur heiße Luft: ".....WENN Russland stärker in den Erweiterungsprozess einbezogen wird."

..... wenn das Wörtchen WENN nicht wäre. Russland schlägt schon seit Monaten eine NATO-Mitgliedschaft vor - was vom Westen immer verwundert zurückgewiesen wird. Russland wird weder NATO-Mitglied, noch wird es sonst irgendwie die Entscheidungen der NATO mitbestimmen können.

Folglich dürfte die NATO-Osterweiterung ohne Rücksicht auf Russland durchgezogen werden.

Erst vor wenige Tagen las ich ein Interview mit Solana, der den NATO-Betritt Russlands erst in weiter ferne sieht.

 

 

 

news.serbianunity.net

http://news.suc.org/bydate/Jul_08/13.html

Bondsteel wrapped in a veil of secrecy, Glas Javnosti, Jul 6 2000
Building of the largest American military stronghold in the Balkans remains under a question mark

By Lj. Staletovic

BELGRADE - Work on the building of the American military base "Bondsteel" has again paused but as "Glas" learned from sources in Kosovo it may soon resume.

Namely, the Americans are not giving up on the building of the largest military camp ever built after the