30.05.1997 | 00:00 Uhr

Dr. Neuhaus Computer KGAA

Das Licht der Wirtschaftswelt erblickte die Dr. Neuhaus Telekommunikation GmbH am 1. August 1979, als der Hamburger Wirtschaftsingenieur Gottfried Neuhaus in seiner Geburtsstadt mit 250.000 Mark das Ingenieurbüro Dr. Neuhaus gründete. Im Kundenauftrag wurden Spezialcomputer und -software entwickelt. Um auf Bankkredite verzichten zu können, wandelte der heute 48-jährige seine Firma kurz darauf in eine KGaA um und verkaufte 26 Prozent der Anteile an die WFG-Deutsche Wagnisfinanzierungs-Gesellschaft mbH, Frankfurt. Fünf Jahre nach der Gründung konnte Neuhaus 6,1 Millionen Mark Umsatz verbuchen, im zehnten Jahr waren es fast 39 Millionen Mark. Mit seinen Modems und PC-Faxkarten statteten die Hanseaten ab Ende der achtziger Jahre auch OEM-Partner wie NCR, IBM, Epson und Compaq aus. 1991 erwarb Neuhaus die Rostock Elektronik GmbH, die fortan die in Hamburg entwickelten Produkte fertigte. Zur gleichen Zeit wurde das Portfolio um ISDN-Produkte und Funkmodems erweitert. Im Juni 1994 ging das Technologieunternhmen eine strategische Allianz mit dem französischen Kommunikationskonzern Société Anonyme de Télécommunications (SAT) ein. SAT gehört zur Sagem-Gruppe, die mit 15.000 Mitarbeitern rund fünf Milliarden Mark Jahresumsatz erzielt. Anfang 1996 übernahm SAT die Anteilsmehrheit bei Dr. Neuhaus. Die erhofften Synergieeffekte und der Aufbruch ins europäische Ausland endeten für Gottfried Neuhaus mit dem einstweiligen Ende seiner Unternehmerkarriere. Ebenso ungewiß ist die Zukunft seiner zirka 210 Mitarbeiter.



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