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Falsche Berichte, falsche Schlüsse Von Alvar C.H. Freude, Dragan Espenschied, 25.01. 2001, 20:53:58Keiner versteht das Internet; dennoch muss darüber entschieden werden |
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[1] Bevor das Internet weite Verbreitung fand, waren Mailboxen und Mailboxnetze bei kommunikations-interessierten Computer-Nutzern sehr beliebt. Der hauptsächliche Anwendungs-Zweck waren E-Mails, Diskussionsforen ähnlich dem [2] Zitiert nach: [3] siehe Lakshmi Chaudhry in [4] siehe [5] Quelle: [6] in: Rechtsextremismus in Deutschland – Ein Lagebild zu Beobachtungsschwerpunkten des Verfassungsschutzes, Oktober 2000; im Internet verfügbar als |
Schon als sich 1993 die Medien-Berichte über das rechtsextreme »Thule-Mailnboxnetz«[1] häuften, forderte der damalige Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Eduard Lintner (CSU), ein »Verbot auf höheren Ebenen der Kommunikationstechnik«.[2]
Forderungen nach Regulierung von Kommunikationstechnologie sind also schon alt, und heute wie damals basieren sie auf Medien-Hypes: die Thule-Mailboxen machten einen verschwindend geringen Teil der aktiven Mailboxen aus. In den letzten Wochen und Monaten ist immer wieder zu hören, dass immer mehr Nazis sich im Internet tummeln würden. Die Schätzungen für die Anzahl der Nazi-Seiten liegen zwischen 400 und 2000,[3] irgendwo in der Mitte dürfte wohl die Wahrheit liegen. Der Zum Vergleich: der Bundesverfassungsschutz Folgendes Problem scheint also nicht nur in Amerika verbreitet zu sein:
Marilyn vos Savant: Brainpower, |
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In NRW liest man die eigenen Berichte nicht |
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[7] Siehe [8] Zitiert nach einer |
Im Sommer/Herbst 2000 wurden in Deutschland die Zensurforderungen bzgl. Nazi-Homepages immer lauter, Vorreiter war Nordrhein-Westfalen: Deutschen Providern wird vom »Ich bin nicht bereit, die Provider aus ihrer Verantwortung in der Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus zu entlassen« sagte |
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[9] vgl. auch Udo Hochschild: [10] Siehe Patrick Goltzsch in Telepolis: |
Problematisch an diesem auf den ersten Blick möglicherweise nachvollziehbaren Ansatz ist, dass das rechtsstaatliche Verfahren komplett übersprungen wird, da Provider auf Anordnung des Innenministeriums Webseiten sperren sollen. Normalerweise wird vor Gericht darüber entscheiden, ob ein Verhalten, eine Äußerung usw. legal ist oder nicht. Die Behörden, die Polizei oder jeder beliebige Bürger erstatten eine Anzeige, es wird ermittelt, möglicherweise Anklage erhoben und ein Richter entscheidet letztendlich darüber. Wenn jedoch auf Geheiß der Innenministerums Inhalte gesperrt werden sollen, will die Regierung nicht nur Gesetzgeber sondern auch Ermittler, Ankläger und Richter in einem sein. Das Prinzip der Gewaltenteilung wird aufgebrochen.[9]
Letztendlich führt dies zu einer Form von Selbstzensur, da Provider und andere Diensteanbieter ständig Angst vor Strafverfolgung haben müssen. Siehe auch Ende August 2000 baten wir das Nordrhein-Westfälische Innenministerium um eine Stellungnahme und darum, diese Forderungen nochmal zu überdenken. In der Antwort vom 15. September heißt es: |
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| In der gleichen Antwort wurde ein Beitrag des IT-Referats mitgeschickt. Darin heißt es: | |||||||||||||
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| Dieser Bericht wurde vom NRW-Innenminister wahrscheinlich nicht gelesen. | |||||||||||||
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Hauptsache engagiert |
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[11] Hans-Jürgen Leersch: |
Um den Rechtsextremismus besser zu bekämpfen, schlug Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin in der Welt[11] einen »Zwangspfad« vor, der Besucher rechtsextremer Internet-Seiten auf eine Seite, die in Zusammenarbeit mit dem Zentralrat der Juden erstellt werden könne, führen soll. Rechtlich sei ein solcher Zwangspfad durchaus machbar. Was sie sich genauer darunter vorstellt wurde nicht erwähnt ... | ||||||||||||
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[12] Details zum Thema Links bei der |
Unter der Überschrift » |
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[13] Zitiert nach: [14] Wie genau das funktioniert ist im [15] Siehe Jennifer Mack in ZDNet News: [16] Das Original-Papier: [17] zitiert nach |
Cyber-Terrorismus, ein Thema für das Fachblatt »Soldat und Technik«: »Die Gefahren sind nicht mehr wie bisher auf Verluste im Kampf begrenzt sind, sondern können innerhalb kurzer Zeit ein modernes Staatsgebilde destabilisieren oder im Extremfall sogar zerstören.«[13] Was soll man dazu noch sagen? Ein Staatsgebilde wird durch »Cyber-Terrorismus« zerstört, das ist ja allerhand.
Als in den USA die größten Websites wie
Aus |
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| Die Nachricht von den Millionenverlusten kam jedoch besser an und wurde immer wieder zitiert und weiterverbreitet. | |||||||||||||
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[18] In welchem Kontext diese Symbole angeblichen auftauchen, blieb natürlich unberücksichtigt. |
Auch neue Geschäftsfelder lassen sich durch geschickte Verknüpfung dreier Hypes erschließen: das Kasseler Softwareunternehmen | ||||||||||||