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»Die @-Bombe – Killer-Viren attackieren die Computer-Welt« Von Alvar C.H. Freude, Dragan Espenschied, 06.09. 2001, 14:13:13Tomorrow vs. DER SPIEGEL: wer macht mehr Fehler? |
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Komplexe Themen erfordern komplexe Recherchen |
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[1] in: [2] Internet-Verantwortung an Schulen, |
Dinah Deckstein, Manfred Dworschak, Klaus-Peter Kerbusk, Georg Mascolo, Mathias Müller von Blumencron, Andreas Ulrich: Nur 13% der Lehrer fühlen sich sicher im Internet, behauptet die Bertelsmann Stiftung in ihrem |
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In eine ähnliche Kerbe schlägt die eingangs erwähnte Titelgeschichte des Nachrichtenmagazins |
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Leider ist es beim großen deutschen Nachrichtenmagazin – das besonders stolz ist auf seine Dokumentations- und Recherche-Abteilung – eine alte Tradition, über Computer und Internet mit einem sprachlich sauberen Halbwissen zu fabulieren. Die »@-Bombe« schießt aber den Vogel ab: 18 Seiten voller Fehler, Ungereimtheiten und falscher Angstmacherei.
Dieser Artikel wurde von angesehenen Journalisten in einem angesehenen Magazin veröffentlich, die einzelnen Teil-Sätze für sich fast fehlerfrei sind, letztendlich entsteht jedoch eine Gemengelage aus gefährlichem Unsinn. »Ansteckende Viren« werden da von bösen »Hackern« ebenso freigesetzt wie »monströse Würmer« und »Dämonen oder Trojanische Pferde« kommandiert. Die »weltweiten Angriffe kommen aus dem Hinterhalt, haben die Wucht von Bomberladungen und sind für die Opfer verheerend«. Computerviren werden wie Lebewesen beschrieben anstatt sie als (oftmals simple) Programme zu entmystifizieren. Und dabei hilft eine ganz normale |
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| Da wundert es nicht weiter, dass selbst der Begriff »Hacker« falsch verwendet wird. | ||||||||||||||
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[3] RFCs: |
Werner Koch, zitiert nach |
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Eine
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[4] Das [5] Zum Vergleich: als Quellenangabe für den kritisierten Artikel reicht |
Drei an sich korrekte Aussagen, nur werden hier Äpfel mit Birnen verglichen: die Monokultur der Arbeitsplatz-Rechner wird damit in Verbindung gebracht, dass die Anzahl der Angriffe auf Server gestiegen ist. Es ist davon auszugehen, dass die Autoren die aufgeführten Zahlen des Nebenbei: Wie üblich wird als Quelle für die Infografik nur der Computername »www.cert.org« angegeben, ein Computername wie auch »student.merz-akademie.de« – nur wo auf diesem Computer lässt sich die gesuchte Information finden? Tatsächlich ist ein Teil der Daten unter der Adresse |
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Expertenmeinung zur Virengefahr |
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Wie gefährlich sind nun all diese Angriffe und Viren. Die Autoren befragten Karl Altmann, den Deutschland-Chef der amerikanischen Anti-Viren-Firma Hat Herr Altmann vielleicht auch die folgende Angabe gemacht? |
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| Woher die Spiegel-Redakteure diese Zahlen haben erwähnen sie jedenfalls nicht. | ||||||||||||||
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Der Zwang des Visuellen |
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aus |
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[6] vgl. obige Erklärung von »Hacker« |
Wie haben die Redakteure sich das denn vorgestellt? Was sieht man mit einem überwachungsprogramm, wenn man alle Tastatureingaben sieht? Selbstverständlich kommen auch ohne Back Orifice bei der Bank keine Sternchen an. Auch wenn bei der Eingabe einer PIN-Nummer nur Sternchen sichtbar sind, werden die Daten übertragen, die eben vom »Bankkunden« eingegeben werden. Wichtiger als das, was auf dem Bildschirm sichtbar abläuft, sind die unsichtbaren Vorgänge, die im Computer ablaufen. Der Artikel macht sich jedoch keine Mühe, hier Aufklärungs-Arbeit zu leisten, sondern wirft mit Metaphern und albernen Bildschirmfotos um sich.
Das wird nur noch von dem unsäglichen Versuch übertroffen, abstrakten Vorgängen sogar ein Gesicht zu geben: Ein Gruppenfoto der Hackergruppe[6] Die Bilder sind in der Print-Ausgabe beschriftet z.B. mit »ANXIETY Verwandelt den Mauszeiger in eine Spritze, bis schließlich der Rechner abstürzt«. – Der Rechner stürzt also ab, weil der Mauszeiger zur (abgebildeten) Spritze wird? |
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Wonach sollen Spiegel-Leser nun Ausschau halten, wenn sie sich vor Viren schützen wollen? Nach diesen Bildern etwa? Letztendlich wird mit solchen Visualisierungen nur noch mehr Verwirrung gestiftet.
Von »Mausklicksabotage«, »Massenepidemien« und »Mikroorganismen« ist die Rede. Computerviren werden abgebildet: niedliche kleine Monsterchen sind das, die im Computer leben. |
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Rainer Link: | ||||||||||||||