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Kontrolle über das Kopieren Von Dragan Espenschied, 10.01. 2001, 14:11:12Kopieren soll nicht nur verboten sondern unmöglich werden: »We will block it at your phone company.« |
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Steward Brand, auf der ersten Hackers' Conference, Herbst 1984; zitiert nach Volker Grassmuck: |
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| Im Netz können Informationen scheinbar nur schwer aufgehalten werden. Einmal digitalisiert lässt sich von einer Idee, aufgeschrieben in einer Text-Datei, bis zum neusten Metallica-Album als MP3 alles beliebig oft vervielfältigen. Die Kosten für die Herstellung einer Kopie ohne merklichen Qualitätsverlust sind dabei fast gleich Null. | |||||||||||||
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[1] Filmstudios, Verlage, Phonographische Industrie und vor allem Zusammenschlüsse aus alledem |
Aufgrund dieser neuen Umstände sehen einige »Hersteller« von Information[1] ihre Einnahmequellen in Gefahr. Inhalte auf Schallplatten, CDs, Videofilme, DVDs etc, welche sich vorher nur mit großer Mühe duplizieren ließen, können durch im Preis stark gefallene Consumer-Geräte schnell digitalisiert werden oder liegen bereits in digitaler Form auslesefertig vor. Über die ebenfalls billiger werdenden Breitband-Anschlüsse ans Internet wird es möglich, auch bisher unhandlich große Datenmengen schnell zu verbreiten. | ||||||||||||
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[2] ZDNet: |
Wie bei anderen Gütern auch kann mit Inhalten nur Geld verdient werden, wenn sie knapp sind. Eine CD, deren Inhalt sich über einen DSL-Anschluss innerhalb von wenigen Minuten komplett aus dem Netz laden lässt, ist keine 35 Mark mehr wert. – Filmstudios und Musikverlage planen genau verschiedene Veröffentlichungstermine in verschiedenen Ländern, damit die entsprechenden Produkte optimal in den Medien präsentiert werden können. Störenderweise könnte beispielsweise eine Kopie der Original-Version eines Filmes über das Netz verbreitet werden, die vielleicht später für weitere Einnahmen vorgesehen war.[2] Schon jetzt ist es aufgrund von Ländercodes nicht möglich, auf einem deutschen DVD-Player einen Original US-Film anzuschauen. | ||||||||||||
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[3] Zur Diskussion darüber: |
Hier soll es jedoch nicht um Spekulationen gehen, mit welchen Methoden die diversen Medienkonzerne und Künstler in Zukunft ihre Gewinne aufrechterhalten könnten, wie das Urheberrecht an die neue Situation angepasst werden müsste, oder ob das überhaupt notwendig ist.[3] Stattdessen soll untersucht werden, welche Versuche von den Rechteinhabern unternommen werden, um ihre Ware weiterhin knapp zu halten und welche negativen Auswirkungen das auf die heute vollkommen legale Nutzung legal erworbenen Materials hat. Die allgemeine Digitalisierung bringt nicht nur die Möglichkeit des freien Datenaustausches, sondern auch die Möglichkeit vergrößerter Kontrolle. | ||||||||||||
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[4] Terje Norderhaug: |
Aus technischer Sicht sind Kopien digitalen, urheberrechtlich geschützen Materials notwendig, um überhaupt etwas damit anfangen zu können. Beispielsweise werden Bilder von einer CD-ROM in den Hauptspeicher des Computers kopiert, von dort auch noch in den Speicher der Grafikkarte. Eventuell entstehen weitere Kopien durch virtuellen Speicher auf der Festplatte. Im Internet können noch Proxys und Browser-Caches dazukommen, ganz zu schweigen von den vielen Rechnern, über welche die Daten weitergeleitet werden.[4] | ||||||||||||
| Es gibt also sehr viele Stellen, an denen die Daten abgegriffen und kopiert werden können. Etwas das so einfach geht, kann kaum verboten sein. | |||||||||||||
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Auch Darth Vader gehört nicht seinen Fans |
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[5] CNN: [6] Spiegel-Online: [7] Siehe Frank Patalong: [8] Ein sehr lesenswerter Artikel zum Thema ist: Dr. Patrick Mayer: [9] ZDNet: [10] Auf |
Aber nicht nur das Kopieren wurde einfacher. Den Medienkonzernen ist es inzwischen ein Leichtes, »illegale Kopien« oder ungewünschte Verwendungen ihres geistigen Eigentums im Netz aufzuspüren.
Für recht großen Wirbel sorgen dabei immer wieder Lucasfilms und Paramount, die mit den Rechten an »Krieg der Sterne« und »Star Trek« bewaffnet gegen ihre eigenen Fans vorgehen, welche im Internet nichtkommerzielle Websites zu ihren Lieblingsfilmen betreiben.[5] Weder Logos noch Filmstills, noch nicht einmal von Fans ausgedachte Geschichten mit den Charakteren aus den Filmen dürfen veröffentlicht werden. – Es ist zwar problemlos möglich, eine Schülerzeitung oder ein Club-Magazin zu drucken, in dem sich derlei Material findet. Aber scheinbar auch nur, weil die Rechteinhaber nichts davon mitbekommen. In Deutschland passierte das gleiche mit BigBrother-[6] und Harry-Potter-Fansites[7]. Im Internet gibt es jedoch keine festgelegte Trennung zwischen privatem Interesse und öffentlicher Homepage.[8] Die Verlockung, die Möglichkeiten des Netzes und digitaler Distribution weiter auszunutzen, ist groß. Pay Per View-Lizenzmodelle lassen sich in vernetzten Umgebungen ebenfalls umsetzen. CDs und Videofilme sollen nicht mehr gekauft, sondern je nach Gebrauch Lizenzgebühren gezahlt werden.[9] Obwohl bisher immer von Filmen und Musik die Rede war, lassen sich die gleichen Mechanismen selbstverständlich auch auf digitale Texte übertragen.[10] |
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Kann Software eine Meinung sein? |
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Das Anfertigen von Kopien kann durch entsprechende Software erschwert werden. Bisherige Kopierschutzvorrichtungen wurden jedoch meistens schnell von Hackern geknackt. Besonders berühmt ist hier der Fall von DeCSS, einem Programm, welches das Content Scrambling System (CSS) von DVD-Filmen umgeht. Dadurch wird es möglich, beliebige Filme mit beliebigen Abspielgeräten oder auch Abspielsoftware anzuschauen.
CSS verhindert normalerweise das Abspielen von Import-Filmen: So zeigen europäische Player auch nur europäische Filme, auch wenn diese beispielsweise legal im Ausland erworben wurden. Außerdem wurden keine Lizenzen für DVD-Software-Player auf anderen Betriebssystemen als Windows und Macintosh ausgegeben. Linux-Freaks, die sich »The Matrix« auf DVD anschauen wollten, durften und konnten das einfach nicht. |
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[11] Zu finden beispielsweise auf [12] Eine [13] Der ganze Fall wird genauer auf |
Als die DeCCS-Software[11] im Netz kursierte, beeilte sich die Motion Picture Association of America, möglichst alle Website- und Serverbetreiber, die das Programm oder dessen Quellcode zur Verfügung stellten, mit Drohungen und Klagen zu überziehen.[12] Die reine Information darüber, wie der sehr primitiv gestrickte CSS-Mechanismus umgangen werden kann, wurde tatsächlich von richterlicher Stelle in Amerika als derart gefährlich eingestuft, dass den Klagen stattgegeben wurde und die Software von den Servern entfernt werden musste. Auch Hinweise auf das Recht auf freie Meinungsäußerung wurden abgeschmettert.[13] Denn wo die Grenze von »gefährlicher Information« und willkürlicher Zensur beliebiger Aussagen und Ausdrucksformen liegt, konnte bisher noch niemand genau definieren. Recht eindeutig zeigt dies die |
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[14] Florian Rötzer in Telepolis: |
Das DeCSS-Urteil stützt sich auf den Digital Millennium Copyright Act Auch die europäische |
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Die Copy Protection Technical Workgroup |
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Steve Heckler, Senior Vice President Sony Pictures Entertainment, 17. August 2000 auf einer Konferenz in Long Beach, Californien. Nach einem |
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[15] Das | |||||||||||||