Hinweis : Informationen über die aktuellen Internet -Zensur -Diskussionen finden Sie im ODEM.blog und auf der Webseite des Arbeitskreises gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur ).
Stand : Frühjar 2003
Die folgenden Seiten befassen sich mit dem Thema Internetzensur und Internetfilter am Beispiel der »Sperrverfügung« der Düsseldorfer Bezirksregierung. Zahlreiche Hintergrundinfos und O-Töne geben einen Einblick in das komplexe gesellschaftspolitische Thema . Was ODEM .org sonst so macht finden Sie in unserer Tour .
Siehe auch :
Unterschriftenliste |
Erstunterzeichner | Das soll gesperrt werden | Materialien, Infos
Die Bezirksregierung Düsseldorf und allen voran Regierungspräsident Jürgen Büssow planen , tausende ausländische Internet -Seiten zu »sperren « bzw . in Deutschland auszublenden. Die Seiten bleiben weiterhin im Netz , nur soll es Ihnen durch Internet -Filter unmöglich gemacht werden , sich diese anzuschauen. Es handelt sich also nicht um eine Einschränkung der Meinungsfreiheit , sondern um die Einschränkung der Informations - bzw . Rezipientenfreiheit – also dem recht , sich aus allen öffentlichen Quellen ungehindert unterrichten zu dürfen .
Den Medienwächtern vom Rhein , zuständig für die Medienaufsicht in Nordrhein-Westfalen , schwebt ein »reguliertes« Internet vergleichbar mit Rundfunk und Fernsehen vor , in dem alle nach den Vorstellungen der Regulierer »nicht zulässigen« Inhalte ausgeblendet werden . Letztendlich wäre dies das Ende des Internets wie wir es kennen , das Ende vom Traum eines freien Kommunikationsnetzes. Denn die ersten beiden zu sperrenden Seiten sind nur ein Versuchsballon, mit dem die generelle Sperrung »nicht zulässiger« im Ausland publizierter Internet -Inhalte getestet werden soll . Rechtsextremismus kann so nicht bekämpft werden . Der Kampf gegen Rechtsextremisten ist nur ein Vorwand , um die Sperrung tausender weiterer Seiten vorzubereiten und entsprechende »Regulierungsmechanismen« zu etablieren.
Nahezu alle Internet -Experten lehnen die Sperrungsverfügungen in NRW ab . Die Kritik kommt größtenteils aus der politischen Mitte und nicht , wie gelegentlich behauptet , von Rechtsextremisten . Zu den Erstunterzeichnern unserer »Erklärung gegen die Einschränkung der Informationsfreiheit « gehören die »Reporter ohne Grenzen «, der SPD -Bundestagsabgeordnete und medienpolitische Sprecher der SPD -Bundestagsfraktion Jörg Tauss, Grietje Bettin, medienpolitische Sprecherin von
Bündnis 90 / Die Grünen , Wolfgang Kleinwächter,
Professor für internationale Kommunikationspolitik
an der University of Aarhus (Dänemark ) und Andy
Müller-Maguhn , europäischer Vertreter im
ICANN -Direktorium.
Buch - und Informationstipps