Youtube behauptet, ich würde in einem Video fremde Musik verwenden und somit „möglicherweise“ eine Urheberrechtsverletzung begehen. Dumm nur: mein Video ist von 2011, die fremde Musik wurde erst 2012 veröffentlicht.

Wer bei Youtube Videos hochlädt, in denen Musik-ähnliche Geräusche vorkommen, der kennt das: dauernd gibt es Beschwerden über angebliche Urheberrechtsverletzungen. Da wird dann mit allem möglichen gedroht, bis hin zum Schließen des Youtube-Kontos und so weiter. Das „Content-ID-System“ von Google bzw. Youtube erkennt gerne mal etwas falsch, oder es wird Urheberrechtschutz für Kompositionen angemeldet, deren Komponist seit einigen Hundert Jahren verstorben ist.

Auf Facebook gibt es eine Fake-SPD-Netzpolitik-Gruppe der Urheberrechts-Hardlinerin und möchtegern-Netzpolitikerin Jeannette Annina Chung. Sie möchte eine „neue“ Netzpolitik der SPD prägen, die sich an den Wünschen der Urheber orientiert und diese hart durchsetzt.Dort in der Gruppe erklärt nunderGEMA-AufsichtsratsvorsitzendeEnjott Schneider nebenher, warumder Traum von CC-Lizenzen […] unhaltbar“ sei: seine Idee einerDatenbankr alle Musiktitel der Welt“ sei derIT-Horror“, und das würde „Byte-Resourcen ohne Ende“ verschlingen, daher würde das eben mit dem CC-Traum nichts.

Demnächst tritt das neue Leistungsschutzrecht für Presseverleger in Kraft.

Und passend dazu habe ich nunnoch BETA! – die erste Leistungsschutzrechts-legale Suchmaschine erstellt: Leischure!

Hintergrund:

Mit dem neuen Leistungsschutzrecht für Presseverleger sollen Verlage im Internet besser geschützt werden, dennso die Begründung – Suchmaschinen verdienen Milliarden dadruch, dass sie die kreativen Leistungen von Zeitungsverlagen (und anderen Urhebern) ausbeuten würden. Dies geschehe beispielsweise dadurch, dass die Suchmaschinen illegalerweise Textausschnitte in den Suchergebnissen anzeigen würden, die an sich aber eine verlegerische Leistung darstellen. Daher soll die Anzeige solcher Textausschnitte mit dem neuen Leistungsschutzrecht nun kostenpflichtig werden. Damit, so die Begründung der Verlage, könnten Zeitungen und Zeitungen selbst entscheiden, unter welchen Bedingungen Suchmaschinen die Inhalte finden können.

Interessanterweise haben die Zeitschriftenverlage in den letzten Jahren Millionen ausgegeben, damit sie in den Suchmaschinen gut gefunden werden. Sie profitieren von Suchmaschinen. Und sie haben schon seit Jahren die Möglichkeit, sich aus Suchmaschinen auszutragen. Wollen sie aber nicht, sie wollen ja gefunden werden.

Weitere Informationen zum Leistungsschutzrecht gibt es beispielsweise hier:

Leischure – die weltweit erste Suchmaschine, die das neue Leistungsschutzrecht einhält!

Der Schlussbericht(PDF) der Enquête-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestages ist online.

Dabei handelt es sich nicht um den gesamten Bericht, sondern nur eine Art Schlussbetrachtung. Es sind noch nicht alle Berichte aus den Projektgruppen fertig, sie sind teilweise noch in der Endredaktion (auch wenn sie im Endbericht schon mit Drucksachennummer etc. versehen verlinkt sind).

Leider konnten wir uns nicht auf eine gänzlich gemeinsame Beschreibung des Verlaufs der Bürgerbeteiligung der Enquête einigen, siehe die ergänzenden Stellungnahmen im Bericht ab Seite 16.

Die einzige Handlungsempfehlung des Schlussberichts bezieht sich auf die Bürgerbeteiligung: wir empfehlen dem Bundestag, allen Ausschüssen auf Wunsch eine Beteligungsplattform zur Verfügung zu stellen.

Am interessantesten sind sicherlich die personlichen Meinungen der Sachverständigien, im Schlussbericht ab Seite 19. Meine persönliche Nachlese steht ab Seite 28oder im ArtikelFast drei Jahre Netzpolitik im Bundestag.

Und: sind diedeutschen Bestimmungen zum Jugendschutz ein Feigenblatt?

Heute war ich bei der KJM in München zu einer Diskussion zum Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV). Der Bericht auf heise online fasst den Diskussionsstand ganz gut zusammen.

Ergänzend kann ich dem noch hinzufügen, dass von einigen Akteuren überlegt wird, ob man denn Hardwarehersteller verpflichten solle, Computer nur noch mit aktivierten (!) Filtern („Jugendschutzprogrammen“) auszuliefern – und da natürlich nur mit zugelassenen Programmen. Allerdings sollen die Nutzer die Möglichkeit haben, die Filter abzuschalten (alles anderere auch kaum verfassungskonform).

Spiegel Online titelt gerade, dass die EU-Kommission ihre geplante Meldepflicht für „Hackerangriffe“ nun konkretisiert und auch das Bundesinnenministerium schon entsprechende Pläne habe. In der Internet-Enquête haben wir eine ganze Reihe von Vorschlägen in diese Richtung gemacht, die allerdings von der Koalition abgelehnt wurden und daher nur als Sondervotum auftretendie Sondervoten sind aber oft sowieso viel interessanter, weil sie eben nicht auf Druck der Koalition entstanden sind.

Hier der Kern unserer Vorschläge zu Internet-Sicherheit:

Heute ist die letzte Sitzung der „Enquete-Komission Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestages. Fast drei Jahre durfte ich mit 16 weiteren Sachverständigen und 17 Abgeordneten (diese zzgl. Stellvertreter) über Netzpolitik diskutieren. Zum Abschluss hatte jeder Sachverständige noch die Gelegenheit, seine persönliches Fazit im Bericht zu ziehen.

Meins ist hierund im Schlussbericht der #eidg ab Zeile 1499 auf Seite 52; ich könnte natürlich noch weitaus mehr sagen, aberrs erste reicht das mal:

Die letzten Sitzungen der Internet-Enquêtedes Bundestages nähern sich, und ich habe festgestellt: Mensch, warum hast Du so wenig darüber geschrieben?

Nun, daher schreibe ich hier mal die Handlungsempfehlungen, die ichr den Bericht der Projektgruppe „Internoperabilität, Standards, Freie Software“ zusammengestellt habe. Am Montag stehen sie auf der Tagesordnung. Sie stehen zwar alternativ zu den Handlungsempfehlungen der Koalition, enthalten diese aber ebenso wie alle anderen vorgeschlagenen Empfehlungen: neben meinen auch die von padeluun undMarkus Beckedahl. Dass wir uns mit den Koalitions-Abgeordneten nicht auf eine gemeinsame Liste geeinigt haben (in der einzelne Mitglieder bei jedem Punkt entscheiden können, ob sie zustimmen) lag vermutllich an der knappen Zeit: die Projektgruppe hatte nur wenige Sitzungen und alles war sehr hektisch. Die SPD-Fraktion schließt sich den Handlungsempfehlungen an, die beiden anderen Oppositionsfraktionen evtl. auch.

Eigentlich keine neue Erkenntnis, aber man kann es nicht oft genug wiederholen: Ebenso wie Artikel in der Wikipedia muss man journalistische Recherchewerke immer hinterfragen. Aktuelles Beispiel: die taz hat mich mal eben in „Alvo Freude“ umbenannt und zum Sprecher von netzpolitik.org gemacht. Ups!

[Update 8. November: In der Zwischenzeit ist das in der taz korrigiert.]

Gestern rief mich ein taz-Journalist an und fragte, ob ich ihm jemanden nennen könnte, der ihm ein paar Fragen zur Wikipedia beantwortennne. Natürlich fallen mir da Leute ein, aber da ich gerade in einer Besprechung war, schlug ich vor, ihn später zurückzurufen. Wir einigten uns, dass er mir die Sache nochmals per Mail schickt und wir dann weiterschauen.

Aus seiner Mail an presse_(ät)_ak-zensur.de hörte ich dann heraus, dass es vermutlich um das gerne geschriebenedie Wikipedia ist unzuverlässig und man kann ihr nicht glauben“ gehen sollte, und nannte ihm Tim Bartel und Torsten Kleinz als Wikipedia-Experten und antwortete dann auch noch schnell auf seine Fragen (drei Tippfehler hier korrigiert):

noch ein paar kleine Anmerkungen aus meinem Blickwinkel:

Vor dem Hintergrund, dass es wissenschaftlich umstritten ist, welchenEinfluss der Klimawandel tatsächlich hat, habe ich nun folgende Fragen:

*- Ist Kennvido nur ein neurotischer Dogmatiker oder ist sein Ansatzgerechtfertigt?

Da sich die Wikipedia um eine neutrale Darstellung bemüht, ist jeglicherAnsatz, alles was dem eigenen Denken widerspricht zu löschen, natürlichnicht gerechtfertigt!

- Inwiefern hat hier die Klimalobby oder die „Schwarmintelligenz“ gesiegt?

So wie ich das aus dem Text verstanden habe hat eher ein einzelner
Trottel mit zu viel Zeit einen Etappensieg erzielt.

- Inwiefern verdeutlicht dieser Fall Engpässe bei der kollektiven„Wahrheitsfindung“ auf Wikipedia?

Das lässt sich ohne exakte Kenntnis dieses Falles nur schwer sagen, zumBeispiel ist die Frage, welche gesichteten Versionen freigeschaltetwaren, für mich noch offen.

Zum anderen kann man durchaus umgekehrt die Frage stellen: zu welchenErgebnissen kamen denn die US-Journalisten der verschiedenen Medien, dier sich in Anspruch nehmen, als Profis der Wahrheit und nur derWahrheit verpflichtet zu sein. (Manche Journalisten glauben ja allenernstes, dass nur ausgebildete Journalisten die Wahrheit berichten undprofessionell recherchieren können.)

Oder anders gesagt: diese Sache taugt m.E. nicht dazu, die Wikipedia alsmanipulationsanfälliges Laien-Machwerk darzustellen. Eher taugt diesdazu, weit verbreitete Ansichten in der US-Gesellschaft aufzuzeigen.

Denn ich bin mir sicher -- ohne es überprüft zu haben -- dass aucheinige "seriöse" US-Medien einen Zusammenhang mit dem Klimawandelverneinen bzw. nicht darüber berichten.

- Welche Schlussfolgerungen lassen sich aus diesem Fall ziehen?

In der Wikipedia gibt es immer wieder Tendenzen, dass einige sehr aktiveNutzer andere dominieren. Daher sollte die Wikipedia darauf hinarbeiten,dass insbesondere bei kontroversen Themen erfahrene und kompetenteNutzer (oder Administratoren) die Texte verstärkt gegenlesen.

Abgesehen davon: Vor allem Einsteigern fällt es schwer, die seit Jahrendort eingespielten Verfahren zu durchschauen. Die Administratoren derWikipedia sind es gewohnt, dass viele Selbstdarsteller Artikel übersich, ihre Firma oder vergleichbares schreiben wollen und handhaben diesroutiniert. Hin und wieder schaffen sie es daher aber nicht zu erkennen,wenn es sich nicht um vergleichbares handelt, sondern nur ein Anfängersich etwas ungeschickt anstellt oder sich einige lautstarke undgeschickte Leute zusammentun.

Grüße

Alvar Freude, http://alvar.a-blast.org/

Das zeigt uns mal wieder: man sollte generell alles hinterfragen. Alles. Schreibweisen von komischen Namen, Funktionen in Organisationen, Texte in der Wikipedia und Zitate in der Presse. Macht allerdings viel Arbeit, und so viel Zeit hat kaum einer. Von daher werden wir uns in Zukunft wohl doch damit behelfen müssen, dass Journalisten und Wikipedia-Autoren möglichst korrekt, neutral, unverfälscht und umfassend schreiben ...

Ende letzter Woche habe ich angefangen, den Initiator der AktionWir sind die Urheber“ sowie eine mehr oder minder zufällige Auswahl der Unterzeichner per E-Mail anzuschreiben.[1] Ich möchte herausfinden, was sich die Urheber und der Initiator des Briefes wünschen und die gesamte Diskussion auf eine sachliche Ebene führen, auch wenn dies allen Beteiligten (mir auch) oft schwer fällt.

Bevor ich die Antworten in den nächsten Tagen im Detail veröffentliche, hier schon mal die ersten Erfahrungen: Die meisten Urheber scheinen Ängste zu haben, die sie aber nicht genau begründen können; einige halten sich nicht an das deutsche Recht, und einer ist mutmaßlich selbst ein dutzendfacher Urheberrechtsverletzer.

Matthias Landwehr, Literaturagent, ist der Verantwortliche hinter der Aktion "Wir sind die Urheber". Diese habe ich hier kommentiert.

Da viele der laut schreienden „Urheber“ oder selbsternannten Freunde der Urheber i.d.R. keine konkreten Vorschläge außer diffuses „stellt Euch nicht so an wegen ein bisschen Überwachung!“ anführen, habe ich ihm mal einen Brief (Verzeihung: eine Mail!) geschickt. Ich bin gespannt was er antwortet und werde hier berichten.

Meine Mail im Wortlaut (weiter unten Update mit leicht präzisierten Fragen):

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