Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung in Zusammenarbeit mit
dem zivilgesellschaftlichen WSIS-Koordinierungskreis
Samstag, 1. November, 14:00-22:00 Uhr
Galerie der Heinrich-Böll-Stiftung
Berlin-Mitte, Hackesche Höfe
Eine gemeinsame Vision von der Informationsgesellschaft zu formulieren ist der Auftrag der UN-Generalversammlung an den "Weltgipfel zur Informationsgesellschaft" (WSIS). Der inklusive, optimistische Anspruch der Generalversammlung wird auch darin deutlich, dass Zivilgesellschaft und Wirtschaft erstmalig in der Geschichte der UN-Weltgipfel aufgerufen wurden, sich am Diskussionsprozeß aktiv zu beteiligen.
Doch kurz vor der ersten Gipfelkonferenz in Genf im Dezember diesen Jahres ist der Prozess ins Stocken geraten. Am Ende der dritten Vorbereitungskonferenz (PrepCom 3) im vergangenen September erscheint ein Konsens in weiter Ferne. So mußte sich die Prepcom an ihrem letzten Tag kurzfristig auf eine erneute Zusammenkunft Mitte November vertagen, um in einem letzen Versuch ein Scheitern zu verhindern. Angesichts der starken Interessensgegensätze - in erster Linie zwischen den Regierungen der Industrieländer und der Entwicklungsländer - erscheint ein Durchbruch schwierig. Wird WSIS ein neues Cancún?
In der Veranstaltung werden wir die Hintergründe, (fehlende) Visionen und Konflikte beleuchten:
"Die Visionen haben wir." Das ist die Überzeugung der "dritten Säule" des Gipfels, der Zivilgesellschaft. Sie tritt selbstbewußt und immer koheränter und organisierter auf die Bühne des Weltgipfels. Durch Expertise und visionärer Kraft verschafft sie sich Respekt und manchmal auch Gehör. Ihr Einfluss bleibt jedoch weit hinter ihren Erwartungen zurück. Vom "Input" zum "Inpact" bleibt dringende Aufgabe.
In Deutschland haben zivilgesellschaftliche Organisationen dem WSIS einen hohen Stellenwert beigemessen. Frühzeitig wurde ein zivilgesellschaftlicher Koordinationskreis gegründet, der den WSIS-Prozess verfolgt und mit eigenen Konzepten interveniert. Als Ergebnis eines breit angelegten Diskussionsprozesses wurde z.B. die "Charta der Bürgerrechte für eine nachhaltige Wissensgesellschaft" erarbeitet und in die Gipfeldiskussionen hineingetragen. Plattform für die Vernetzung der deutschen mit der internationalen Zivilgesellschaft ist die zweisprachige Website www.worldsummit2003.de.
Programm
14.00 Uhr. Eröffnung
Ralf Fücks, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung
Markus Beckedahl, WSIS-Zivilgesellschaftlicher Koordinierungskreis
14:10 Uhr WSIS: Herausforderungen für die deutsche Politik
Reinhard Bütikofer, Vorsitzender Bündnis90/Die Grünen
14.20 Uhr Einschätzungen eines unvollendeten Vorbereitungsprozesses
Heike Jensen, WSIS-Zivilgesellschaftlicher Koordinierungskreis, Terre des Femmes
Raoul Weiler, Club of Rome
15.00 Uhr Menschen –und Bürgerrechte: Konfliktlinien im WSIS
Rikke Frank Joergensen, Dänisches Menschenrechtsinstitut, Kopenhagen
Christoph Bruch, Humanistische Union
Moderation: Alvar Freude, WSIS-Zivilgesellschaftlicher Koordinierungskreis
16.30 Uhr Pause
17.00 Uhr Freier Zugang zu Wissen: Grundlagen für eine nachhaltige Wissenspolitik
Georg Greve, Präsident der Free Software Foundation Europe
Rainer Kuhlen, Nethics, Universität Konstanz
Christophe Geiger, Max-Planck-Institut für geistiges Eigentum, München
Moderation: Christine Wenzel, WSIS-Zivilgesellschaftlicher Koordinierungskreis
18.30 Uhr Imbiss
19.30 Uhr Podiumsdiskussion: Kann der WSIS noch ein Erfolg werden?
Jeanette Hofmann, Vertreterin der Zivilgesellschaft in der deutschen Regierungsdelegation zum WSIS
Verena Metze-Mangold, Deutsche UNESCO Kommission
Annette Mühlberg, Ver.di Bundesvorstand
Peter Pöppel, Vizepräsident Alcatel, Initiative D21
Karl-Georg Schon, Auswärtiges Amt, Deutsche WSIS-Regierungsdelegation
Moderation: Monika Ermert, freie Journalistin
Weitere Informationen/Anmeldung:
medien@boell.de
Tel: 030-28534-183
Fax: 030-28534-108
Anmeldeschluss: 25.10.03